Cuatro Puertas – auf den Spuren der Ureinwohner

Bei der Ausgrabungsstelle „Cuatro Puertas“ (Vier Tore) handelt es sich um ein Gebiet mit ca. 20 Höhlen der Altkanarier, teils sehr gut, teils aber auch sehr schwer zugänglich. Die Wohn- und Kultstätte liegt in ca. 300 Meter Höhe auf einem Berg in der Nähe von Telde. Eines muss man sagen – sie sind wirklich beeindruckend! Vor allem wenn man bedenkt, das die damaligen Bewohner die Höhlen mit einfachsten Werkzeugen erschaffen haben!

Hier ein paar der schönsten Eindrücke als Animation

 Von der Straße aus sind die Höhlen kaum zu sehen, so dass ich nicht einmal wusste, ob ich überhaupt richtig war. In dem gleichnamigen Dorf Cuatro Puertas fuhr ich die erste Straße links, die mich direkt bis ca. 150 m unterhalb des Gipfels der Ausgrabungsstätte führte und in einen Feldweg mündete. Von dort aus ging ich auf einem breiteren Pfad zu Fuß weiter. Zuerst kam ich an einem Wohnhaus vorbei und gelangte nach ca. weiteren 50 Metern auf das offizielle Ausgrabungsgelände. Gut gemeinte Informationstafeln informieren in Spanisch und in Englisch, leider nicht in Deutsch.

Der letzte Teil des Pfades führte über breite Treppen bis hinauf und ich merkte wie meine Neugier und Spannung stieg. Wow…und dann sah ich sie endlich, die vier markanten Höhleneingänge. Absolut beeindruckend! Man kann es gar nicht oft genug bedenken – die Höhlen wurde von den Ureinwohnern mit einfachsten Werkzeugen von Hand in den Kalkstein gehauen! Unglaublich! Als ich den Innenraum sah, fehlten mir gänzlich die Worte – diese Höhle ist wirklich riesig! Meine Recherchen ergaben, dass die Höhle über eine Fläche von ca. 17 x 7 Meter verfügt und wahrscheinlich entweder für Versammlungs-zwecke oder einer höher gestellten Persönlichkeit als Wohnraum diente, z.B. einem Priester oder König.

Der Kultplatz – Almogoren
Dann stieg ich auf den Gipfel des Berges und gelangte zu einem sogenannten Almogaren. Das Wort Almogaren stammt aus dem Dialekt der Altkanarier, den Ureinwohner von Gran Canaria und bedeutet  „Heiliger Versammlungsplatz“. Laut den Forschungsergebnissen, waren diese heiligen Plätze meist sehr hoch gelegen, so dass man von dort aus einen guten Überblick über die Umgebung und sich nähernde Feinde hatte. Der kreisrunde Kanal läßt darauf schließen, dass zu Ehren der damaligen Götter Opfer erbracht wurden. Keine Menschenopfer, aber doch Tiere, wahrscheinlich meistens Ziegen. Auch Tierblut und Ziegenmilch wurde für rituelle Handlungen verwendet.

Die Wohnhöhlen auf der Südseite
Von der Opferstelle auf dem Gipfel ging ich dann auf die andere Seite des Berges zu den Wohnhöhlen der Altkanarier. Die erste die man sieht ist die „Cueva de los Papeles“, die Papierhöhle. Der Innenraum wurde in den rötlichen Vulkanstein gehauen und wahrscheinlich von einer einzigen Familie bewohnt. An der Wand sind einige Dreiecke auszumachen von denen die Forscher vermuten, dass es sich dabei Symbole der Fruchtbarkeit handelt. Auffällig ist auch die Rinne auf dem Boden, die den Bewohnern als Regenrinne gedient haben könnte.

Die Säulenhöhle – Cueva Los Pilares
Diese Höhle ist ein Komplex von mehreren aneinander angrenzenden Höhlen. Der Überlieferung zur Folge soll es sich bei diesen Höhlen um Art Kloster gehandelt haben, in dem junge Frauen vor ihrer Hochzeit gelebt haben. Ob es dann in der Ehe besser lief, wurde leider nicht überliefert 😉 Die Höhlen des Südhangs hatten für die Bewohner gleich mehrere Vorteile, zum einen waren sie windgeschützt und zum anderen konnte man die Umgebung und auch die Küste gut einsehen und so z.B. die Landbevölkerung von Telde vor herannahenden Feinden warnen. Wahrscheinlich wurden von dieser Anhöhe auch die spanischen Truppen gesichtet die im 15. Jahrhundert die Insel eroberten.

Anfahrt
Von Maspalomas aus fahren Sie am besten über die Autobahn in Richtung Las Palmas am Flughafen vorbei und nehmen dann die erste Ausfahrt „Ojos de Garza“. Sie folgen der Landstraße, fahren an dem Dorf „La Jardinera“ vorbei und gelangen dann zu einer Straßengabelung wo Sie nach links auf die GC 100 fahren. Nach ca. 300 Metern erreichen Sie das Dorf Cuatro Puertas und fahren gleich die erste Straße links und dann immer geradeaus bis die Straße in einen Feldweg mündet. Den Rest bis zum Gipfel müssen Sie dann zu Fuß gehen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß.

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Ein Gedanke zu „Cuatro Puertas – auf den Spuren der Ureinwohner

  1. Solche Höhlen und Ausgerabungsstätten begeistern mich immer wieder. Ich finde es faszinierend wie die Menschen früher schon solche Behausungen und Werkzeuge bauen konnten. Ich versuche mich an solchen Orten immer in die Personen hinein zuversetzten und lasse diese Bauten immer ein wenig auf mich wirken. Ich finde solche Orte sehr schön.

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